Distrikt 1841

Augsburg - Lettl-Bilder suchen Bleibe

Florian Lettl hängt eine Arbeit seines Vaters Wolfgang Lettl auf. Das Bild entstand bei einer Ausstellung in der Toskanischen Säulenhalle © Schöllhorn

01.05.2018

Augsburg 

Lettl-Bilder suchen Bleibe

Über 500 Werke des Augsburger Surrealisten Wolfgang Lettl sollen ab 2019 dauerhaft ausgestellt werden. Mit einer Teilausstellung wurde nun nach passenden Räumen gefahndet

Zehn Jahre sind es her, dass der surrealistische Künstler und Rotarier Wolfgang Lettl starb. Im Frühjahr 2019 soll er anlässlich seines 100. Geburtstages von der Stadt Augsburg mit einer Ausstellung im Schaezlerpalais geehrt werden. Vorab wurden aber schon im Februar unter dem Titel „Der Vielseitige“ in leer stehenden Geschäftsräumen im Zentrum von Augsburg (ehemals Familie Nill) Bilder Wolfgang Lettls auf etwa 1000 Quadratmetern Fläche gezeigt. Der Grund: Man wirbt für ein dauerhaftes Museum für den Maler.

Großer Platzbedarf …
Schwerpunkte der Ausstellung waren laut seines Sohnes und Nachlassverwalters Florian Lettl das surreale Werk, vorwiegend Großformate aus den Jahren 1955 bis 2007, und apulische Impressionen aus den Jahren 1975 bis 1998. Daneben werden Aquarelle des zerstörten Augsburg aus den Jahren 1945 bis 1948 und seine ersten naiven Versuche mit Ölfarben sowie einige Aquatinta-Radierungen zu sehen sein. Am 10. Februar, dem zehnten Todestag von Wolfgang Lettl, wurden in einer Sonderveranstaltung außerdem surreale Filme gezeigt, die zusammen mit dem Künstler entstanden sind.

… für großes Potenzial
Ziel des Lettl-Vereins als Veranstalter dieser Ausstellung ist es, das künstlerische Werk Wolfgang Lettls der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und für die Stadt Augsburg zu erhalten. Da Lettl seine Bilder nicht verkauft hat, sondern wollte, dass sie „zusammen bleiben“, ist er überregional nicht sehr bekannt. In Augsburg und Umgebung ist das jedoch anders: In den Jahren 1993 bis 2013 bestand das Lettl-Atrium in der Industrieund Handelskammer. 1992 hatte Wolfgang Lettl der Stadt Augsburg die dauerhafte Überlassung seines gesamten Werkes angeboten, wenn diese geeignete Räume dafür zur Verfügung stellte. Der Sohn Florian Lettl, dem die Sammlung heute gehört, hat dieses Angebot an die Stadt nach dem Auszug aus der IHK erneuert. Die Stadt sieht aber leider keine Möglichkeiten. Seither sucht der Lettl-Verein eine neue Bleibe für Lettls Werk. „Vielleicht gelingt dies im Rahmen einer 2018 beginnenden Initiative für eine Public-Private Partnership“, meint Florian Lettl. Spätestens 2019, wenn Wolfgang Lettl 100 Jahre alt geworden wäre, soll es so weit sein.

Erschienen in Rotary Magazin 5/2018

Rotary Magazin 12/2018

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