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Düsseldorf

Wenn Mädchen auf der Straße leben

Düsseldorf - Wenn Mädchen auf der Straße leben
In der Notschlafstelle „Knackpunkt“ wurden für Mädchen und junge Frauen Übernachtungsmöglichkeiten, Hygienebereiche und ein Frühstücksraum geschaffen. Hier Kolleginnen des Beratungs-Teams Knackpunkt © Knackpunkt

Die Notschlafstelle „Knackpunkt“ gibt obdachlosen und drogenabhängigen jungen Frauen Schlafplatz, Dusche und Mahlzeiten.

Dirk Möwius01.07.2019

„Es ist kaum zu glauben, aber auch in Düsseldorf leben junge Mädchen auf der Straße und sind ohne Wohnsitz“, sagt Margit Jandali, Vorstandsmitglied Öffentlichkeitsarbeit im RC Düsseldorf-Schlossturm. Dieser Problematik hat sich bereits vor gut 20 Jahren der Sozialdienst Katholischer Frauen und Männer in Düsseldorf (SKFM) angenommen.

Im „Knackpunkt“ in der Grupellostraße nahe dem Düsseldorfer Rotlichtbezirk wurden Übernachtungsmöglichkeiten, Hygienebereiche und ein Frühstücksraum geschaffen. In der Notschlafstelle wird Mädchen und jungen Frauen von 14 bis 27 die Möglichkeit auf einen Schlafplatz, eine Dusche und Mahlzeit gegeben. Sie können dort ihre Wäsche waschen und ihre Wäsche wechseln. Frauenkleidung wird kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Mädchen leben faktisch auf der Straße, größtenteils sind sie drogenabhängig und gehen der Beschaffungsprostitution nach. Das Angebot der Einrichtung ist anonym und kostenlos. Fünf Betten und zwei Notbetten befinden sich in den beiden Schlafräumen der Einrichtung. Betreut werden die dort nächtigenden Mädchen von einem Team bestehend aus Sozialarbeitern, Sozialpädagogen und Erziehern sowie etlichen Ehrenamtlichen wie auch einer Anwältin. Angegliedert ist die Clearingstelle „Schrittweise“, die Ausstiegsperspektiven aufzeigen will.

Haltung gibt Halt
An den Kosten beteiligt sich seit etlichen Jahren auch die Landeshauptstadt Düsseldorf, jedoch ohne Spenden wäre dieses Projekt nicht zu bewältigen. Der RC DüsseldorfSchlossturm unterstützt verschiedene Kinder- und Jugendsozialprojekte in Düsseldorf. Mit der Spende in Höhe von 3000 Euro für das Projekt „Knackpunkt“ setzt der Club ein Zeichen, wie wichtig gerade die Unterstützung im Jugendbereich ist. Wolfgang Schepers, Vorstandsmitglied Gemeindienst im RC Düsseldorf-Schloss: „Mit Knackpunkt erhalten die Mädchen, deren Durchschnittsalter bei 17 Jahren liegt, eine Anlaufstelle mit einem Team, das beratend, vertrauensvoll und fördernd auf die Mädchen einwirkt.“ Präsidentin Susanne Schweitzer-Krantz, deren Schwerpunkt Jugendarbeit ist, unterstreicht: „Die Förderung von Kindern und Jugendlichen liegt mir sehr am Herzen. Junge Mädchen, die abseits unserer Gesellschaft stehen, benötigen unserer aller Hilfe. Die Initiative ,Knackpunkt‘ leistet Sozialarbeit, die auch neue Perspektiven vermittelt und den Mädchen neue Wege aufzeigt.“

Ina Schubert, Leitung „Knackpunkt“: „Wir bieten Nähe und Distanz, gehen mit Erkrankungen um, setzen uns immer wieder mit neuen Drogen und ihren sichtbaren Folgen auseinander. Unsere Basis ist ‚Haltung und damit Halt‘, den wir den Mädchen geben.“

Dirk Möwius

Dirk Möwius, Mitglied im RC Geldern seit 1998, ist seit über 30 Jahren für die Rheinische Post als Lokalredakteur am Niederrhein aktiv. Im Ehrenamt ist er Vorsitzender der Lebenshilfe Moers.